Es ist wieder Zeit Max Frisch zu lesen:
Die beste Tarnung ist die nackte Wahrheit. Weil sie keiner glauben möchte.
Biedermann, ein Haarwasserproduzent und seine Frau Babette leben ein ungestörtes und selbstzufriedenes Leben. Alles hat seine Ordnung. Brandstifter, von denen sie seit ein paar Jahren in den Nachrichten hören, die kann es doch eigentlich gar nicht geben.
Sollten sie an unseren Türen klingeln, die Brandstifter, warum dann nicht ihnen ein Obdach bieten, ein Frühstück, und dazu ein Päckchen Streichhölzer?

1.Szene:
Es ist neun Uhr abends. Gottlieb Biedermann liest in der Zeitung von der jüngsten Brandstiftung durch Hausierer, die sich im Dachboden eingenistet haben: „Aufhängen sollte man sie!“Da meldet Dienstmädchen Anna einen Hausierer, der sich nicht abwimmeln läßt und „Menschlichkeit“ verlangt. Schon steht Joseph SCHMITZ, ehemaliger Ringer im Zirkus – bevor er abgebrannt ist – im Wohnzimmer.
Er versteht es, sich anzubiedern, indem er sich die Ansichten von Herrn Biedermann zu eigen macht, dessen „Menschlichkeit“ und „Zivilcourage“ preist …
Biedermann führt den Gast auf den Dachboden, nimmt ihm noch rasch das Versprechen ab, kein Brandstifter zu sein, und verzieht sich. …














