HolzascheGlasuren #2

Planzliche Aschen bestehen großteils aus Mischungen alkalischer Flussmittel wie Pottasche, Kalk und Magnesiumoxid, sowie Silziumdioxid und Tonerde, die Glasbildner sind. Dazu kommen geringe Mengen von Metalloxiden, wie Eisenoxiden, die Glasuren die Farbe geben. Das Verhältnis von Ton und Siliziumdioxid zu den oben genannten Alkalien bestimmt in der Hauptsache den Charakter der Glasur.

Urnenvase
sandfarbene Glasur

Fichtenasche

Um eine brauchbare Asche zu erhalten muss die Asche gesiebt werden um organische Reste wie Holzkohle und andere anorganische Bestandteile zu entfernen. Danach wird die Asche mehrmals gewaschen um sie von der löslichen Pottasche zu befreien. Das Verhältnis der Anteile in der Asche und deren Menge variiert je nach Pflanze sehr stark und ermöglicht dadurch ein breites Spektrum unterschiedlicher Steinzeugglasuren. Die genaue Zusammsetzung der jeweiligen Asche ist natürlich nicht bekannt und so muss man seine Erfahrungen sammeln , was nur über das Experiment und Ausprobieren führen kann.

kleine Torsovase
grüne Ascheglasur

gemischte Asche aus dem Kachelofen

Im allgemeinen ergeben Baumrinde und kleine Zweige die besten Ergebnisse, je ausgewachsener die Pflanze ist, desto mehr Siliziumdioxid enthält die Asche. Natürlich spielt auch der Boden auf dem die Pflanze wächst eine große Rolle. Um eine relevante Menge an fertiger Glasur zu erhalten, sollte man die entsprechende Menge Material verbrennen um eine Reihe von Objekten im gleichen Charakter glasieren zu können.

Geeignet sind neben Holz auch Stroh, Gräser, Ried, im Grund jedes pflanzliche Material. Man kann es sortenrein verbrennen um ähnliche Ergebnisse zu erhalten, mischen um größere Mengen zu bekommen oder auch den Hausbrand aus dem Kachelofen oder Herd verwenden. Diese Aschen sind meist mehr verunreinigt und brauchen deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Reingung durch Sieben und Waschen.

kleine quadratische Vase, Ascheglasur

Ofenasche mit Kobaltoxid

Verbrennt man Material im Freien auf sauberem Untergrund (z.B. Backsteinen) darf man das Feuer nicht stark schüren, die Ascheteilchen sind fein und extrem leicht und fliegen davon. Nach dem Verbrennen wird die Asche mit reichlich Wasser gemischt (geschlämmt). Obenauf schwimmende Holzkohleteilchen und Schlacke werden mit einem groben Sieb entfernt. Die Mischung wird umgeschüttet und Grieß und Sand, also schwerere Teilchen, bleiben als Bodensatz zurück.
Wir geben die Flüssigkeit dann durch ein feines Sieb (Maschenweite 0,25 – 0,15mm) – was ausgesiebt wird kann in’s nächste Feuer. Dann muss die Asche ein noch feineres Sieb (0,15 – 0,07mm) passieren, hier muss man meist ein wenig mit einer Bürste nachhelfen, um die Asche durch das Sieb zu bringen. Nach ein paar Stunden hat sich die Asche abgesetzt und man kann das Wasser, das jetzt die meisten wasserlöslichen Alkalien enthält, vorsichtig abgießen. Im Anschluss füllt man so oft frisches Wasser nach und wiederholt das Abgießen, bis das Wasser klar bleibt. Danach wird die Asche getrocknet und steht jetzt als Glasurbestandteil zur Verfügung.

Wird fortgesetzt …

handgedrehte Vase
grüne Ascheglasur

Fichtenholzasche mit Kupferoxid

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