Keramik und Farbe

Mit dem Werkstoff Ton und dem nötigen Geschick und Wissen lässt sich nicht nur – fast – jede beliebige Form umsetzen, jede noch so kleine und verborgene Spur in der Oberfläche sichtbar machen, ebenso faszinierend ist die Vielfalt und erdige Kraft der Farben, die sich erzeugen und verwirklichen lassen.

Allein schon die Farben des keramischen Materials nach dem Brand können zwischen fast völligem Weiß über vielerlei Grautöne bis ins tiefe Schwarz changieren. Sandtöne und die unendliche Palette der Rottöne, die je nach Brenntemperatur von leichtem Hellrot bis zu tiefem Violett reichen, eröffnen maximale Möglichkeiten.
Ergänzt man den Grundton des plastischen Materials durch verschieden farbige Engoben – dünnschichtige flüssig aufgetragene Schichten von Ton, die das Grundmaterial ganz oder teilweise, deckend oder durchscheinend überlagern – vervielfältigen sich die Möglichkeiten. Solche Engoben können die Farbe des jeweils verwendeten Tons besitzen, oder auch mit farbigen Pigmenten, die aus Metalloxiden gewonnen werden, eingefärbt sein.

dunkelbraune Engobe auf rotem Ton (Brenntemperatur 1200 Grad)
schwarze Engobe auf rotem Ton (1200 Grad)

Keramik – Kunst und Bauen

In unserer Werkstatt entstehen auch Arbeiten für den öffentlichen Raum.
Keramik als Material im Aussenbereich ist problematisch, da es nur unter ganz bestimmten Bedingungen frostsicher und witterungsbeständig ist. Gut geeignet ist keramisches Material jedoch für Innenräume.

Im konkreten Fall ist das der große Sitzungssaal der Regierung von Niederbayern in Landshut. Ein Raum, der allerdings nur bedingt für die Allgemeinheit zugänglich ist, also nicht wirklich ein „öffentlicher Raum“.

Der Sitzungssaal wird geprägt durch eine keramische Wandgestaltung aus zwei gegenüber liegenden Tafeln mit einer Höhe von je 3,40 Meter. Die Tafeln aus engobierter, unglasierter aber hart gebrannter Keramik tragen symbolhafte Zeichen und an unbekannte fremde Schrift erinnernde Bearbeitungsspuren, kleine Bereiche sind durch Blattgold betont.
Die Arbeit trägt den Titel „Präambel“.

Auf die Gedanken- und Bedeutungsspur setzt den Betrachter ein Gedicht des Dichters und Schriftstellers Wilhelm Deinert:

Kunst aus Papier – paper art

Papier und Pappe sind wunderbare Materialien. Leicht von Gewicht, leicht zu bearbeiten mit Messer und Schere, zerreißbar und beliebig verformbar. Man kann Papiermachee draus machen, es einkleistern und bemalen …

Butterfly

Seit es Mode ist im Internet einzukaufen gibt es auch immer mehr Versandkartons, die wunderbare Vorlagen liefern. Zugerichtete Pappen halten die Artikel fest und in Form, bewahren sie vor der Zerstörung oder Beschädigung. Nach Gebrauch werden sie zu Kunst.

my Baby
Totem
walking dead

Keramik und Poesie

mehr als Töpfe

Ein Gefäß aus Ton, aus Erde, von der Hand des Töpfers aus dem vollkommenen Augenblick geformt und gestaltet, mit der Kraft des Feuers verfestigt für Ewigkeiten – aus Jahrtausenden überlieferte Kultur, die heute noch lebendig ist.
Nicht alle Menschen sind gleich empfänglich für die Kraft, Schönheit und kulturelle Bedeutung dieser Kunst.
Zu denen die verstehen, gehörte der Dichter und Schriftsteller Wilhelm Deinert (1933-2012). Er verfasste viele Kommentare und Anmerkungen zur Kunst und zu Künstlern. Von ihm stammt auch dieser Text zu einer Ausstellung von Gefäßkeramiken aus unserer Werkstatt.

Fotografie – digital art

driver´s landscape – Schnappschuss-Serie

Immer in Eile, immer auf der Suche nach dem anerkannt Interessanten, dem nächsten Instagram-Hotspot, nach der Schönheit und Integrität von Orten, die man so zerstört.
Nichts sehen, nichts fühlen, nichts erleben, außer der Befriedigung des auch da gewesen zu sein, die Trophäe zu besitzen als etwas, das man nicht besitzen kann.

Was man dabei versäumt ist die verborgene und übersehene Schönheit des Augenblicks – unterwegs im Irgendwo. Ihr gilt diese Fotoserie.

Instagram

Insta nervt!

Soeben habe ich meinen Instagram-Account abgeschaltet.
Dafür gibt es viele gute Gründe.

Eigentlich besteht an den Angeboten kein wirkliches Interesse – die meisten Follower folgen nur, weil sie damit ihre eigenen Ziele verfolgen: möglichst viele Follower. Es ist das Spiel „Folgst du mir folg ich Dir“.

Instagram ist ein einziger Spielplatz der Eitelkeiten und der Selbstdarstellung. Bekannte Namen dominieren die Aufmerksamkeit.
Die verwendeten Algorithmen bevorzugen einzig den mainstream und lassen nichts Aussergewöhnliches zu

Posts verschwinden sekundenschnell im Orkus der unendlichen Weiten des Netzes und der milliardenfachen Konkurrenz. Wie sollen wirklich Interessierte etwas finden?

Und nicht zuletzt: das ganze Theater der Digitalisierung braucht unglaubliche, unvorstellbare Mengen an Strom. In Zeiten des Klimawandels ist Nutzloses abzuschalten.

Tschüss Insta.

Medienkunst – digital art

summertime – eine Fotoserie

Womit die Menschen sich umgeben, welche Dinge sie nutzen, was sie so alles brauchen kann viel über sie erzählen.

Das gilt auch für den Badeurlaub oder den Tag am Strand, den Badesee und das Schwimmbad. Manchmal verlässt man den Badeplatz für eine Weile, dauert die Weile etwas länger bleibt nur das Wichtigste zurück um die Stellung zu halten.

Eine Ahnung vom Wesen und ein Bild der Menschen, die jeweils dazu gehören drängt sich auf, sei es auch ein falsches …

Ton erzählt Geschichten

keramische Bilder

Eine Besonderheit aus unserer Werkstatt sind die keramischen Bilder.

Weil sie jede Spur der Bewegung einer formenden Hand festhalten und aufbewahren, sind die Materialien Lehm und Ton bekanntermaßen die Werkstoffe, welche schon seit vielen Tausenden von Jahren von den Menschen benutzt werden um visuelle Spuren zu hinterlassen und sich über Zeichen und Bilder zu verständigen.

Bei unseren keramischen Bildern setzen wir genau auf diese Eigenschaften. Nur die Hände und einfachste Werkzeuge wie Hölzer und einfache Messer kommen zum Einsatz um das Material zum Sprechen zu bringen. Moderne Glasurtechniken und Brenntechniken spielen keine Rolle, nur weiße und schwarze Engobe, Holzaschen und Pflanzenteile kommen zum Einsatz, ergänzt durch einige wenige Metalle.

Dieser Ansatz führt auch thematisch häufig in die Vergangenheit. Die Themen reichen deshalb von Tafeln mit an Schrift erinnernden Strukturen über archaische Masken und Figuren bis zu Landschaften.

letter in an unknown language
couple with an owl
dog and cat in the same boat
tunika 3

Malerei im Atelier

Der Kreuzweg – heute noch ein Thema?

Kann man als zeitgenössischer Künstler noch den klassischen Kreuzweg zum Thema machen? In Zeiten der Missbrauchsskandale, der Diskreditierung und Selbstdemontage der Kirche als Institution? Zumal wenn man selbst gar nicht zu denen zählt, die an all das glauben, was von den Kanzeln verkündet wird?

Ich denke man kann. Aus dem einfachen Grund, weil die Passion des Jesus von Nazareth nicht nur als Erzählung spannend ist, sondern als Lebensweg exemplarisch all das widerspiegelt, was uns als Menschen lebenslang beschäftigt und umtreibt. Für welchen Weg wir uns entscheiden, welche Konsequenzen wir dafür zu tragen bereit sind.
Was ist die Liebe?
Folgen wir einem Ideal, einer Überzeugung?
Wofür würden wir Leiden?
Wofür wären wir zu Sterben bereit und
kommt nach dem Tod noch etwas?

Mein „Kreuzweg“ nimmt nicht den Weg Jesu nach Golgatha zum Thema, sondern den Kreuzweg eines Lebens …

Opferbereitschaft
Leiden
Hass
Sterben
Tod

Keramik und Glasur

Aus Grün wird Rot – Green turns into Red

Die Farben in der Keramik enstehen durch Metalloxide. Zum Beispiel Eisenoxid, es ist braun oder schwarz je nach der Anzahl der vorhandenen Sauerstoffatome – es entstehen die entsprechenden Glasuren .

Kupferoxid ergibt grüne Glasuren, so lange der Brand mit Sauerstoffüberschuss geführt wird. Reduziert man die Sauerstoffzufuhr – der Abbrand wird unvollständig und es entsteht Rauch – können dem Kupferoxid in der Glasur Sauerstoffatome entzogen werden, die Farbe wechselt dann, mit etwas Glück und viel Erfahrung, zum Rot des metallischen Kupfers.

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