Keramik und Küche – wieder aktuell?

die plastikfreie Küche

Nudel- oder Obstsieb

Keramik ist alt, uralt. Lange Zeit wurde Keramik in der Küche nicht mehr geschätzt, war bei vielen als unmodern verpönt. Ein Sinneswandel aber scheint sich anzubahnen. Lebensmittel sollen heute frei von Pestiziden und anderen chemischen Rückständen sein, bio und aus der Region, was nicht nur aus Klimaschutzgründen sehr zu begrüßen ist.

Wein- oder Wasserkrug

Wer auf sein Esssen achtet sollte aber auch darauf schauen, mit welchen Gefäßen die Lebensmittel in Berührung kommen. Für eine möglichst PLASTIKFREIE KÜCHE bietet sich Keramik förmlich an.
Voraussetzungen sind – je nach Einsatzbereich – angepasste Brenntemperaturen und schadstofffreie Glasuren. Säurefestigkeit und Hitzebeständigkeit kommen als weitere erwünschte oder auch notwendige Eigenschaften hinzu.

Auflaufform


Keramik, die diesen Ansprüchen genügt kann in der Regel auch in die Spülmaschine.

Plastik in die Tonne!

Trinkbecher

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Kunsthandwerk :: Handwerkskunst?

Das „Kunsthandwerk“ erhebt seit Langem den Anspruch „eigentlich“ KUNST zu sein. Hier tritt deutlich ein Minderwertigkeitskomplex zu Tage, der nicht ohne Folgen für die kunsthandwerklichen Produkte bleibt. Eine auch noch so gut gemachte Schüssel, ein Krug, ein Teller, gar eine Kanne – was im Bereich der Keramik handwerklich und gestalterisch zum Schwierigsten gehört – lösen den Anspruch nicht ein, sind sie doch nur für den schnöden Gebrauch gedacht und gemacht. Gleiches gilt für alle anderen gestalterischen Handwerke wie Gold- und Silberschmied*innen oder Glasmacher*innen usw. …


Da Kunst aber „zweckfrei“ zu sein hat, reicht ein gut gestaltetes und funktionales Gebrauchsding nicht aus. Die Folge sind häufig bewusst unbrauchbare Gefäße oder nicht tragbarer Schmuck. Die Museen des Handwerks und die Kataloge von Westerwaldpreis oder der Danner-Stiftung sind voll von solchen Arbeiten.

Manche Kunsthandwerker*innen vollziehen den nötigen großen Schritt und lösen ihre Objekte los von jedem Zweck. Dann gibt es eine Chance, dass daraus KUNST entsteht. Warum nennen sie sich dann nicht Künstler*innen? Auch hierfür gibt es großartige Beispiele. Nicht jede Kunst braucht Material, aber Kunst, die Material braucht um sichtbar zu werden, braucht auch Handwerker*innen, die es beherrschen.

Kunst kommt eben nicht von „können“, sondern von „künstlich“ – von Menschenhand gemacht im Gegensatz zu natürlich entstanden. Die „Kunst“ das Material zu beherrschen ist für beide, Künstler*innen und Handwerker*innen, keine Kunst, sondern eine selbstverständliche Voraussetzung für die je eigene Arbeit.