Was kostet die CO2-Steuer wirklich?

die weltweite CO2-Verteilung – Quelle: Nasa

Mehr Klimaschutz bringt höhere finanzielle Belastungen mit sich.
FDP-Chef Lindner musste für seine Berechnung der Mehrkosten durch eine höhere CO2-Abgabe viel Kritik einstecken.

… und seine Rechnung ist aus mehreren Gründen sehr fragwürdig.

Lindner multiplizierte den vermuteten Pro-Kopf-Ausstoß von elf Tonnen CO2 pro Jahr mit den 35 Euro, um die – unter anderen – die Grünen die aktuelle CO2-Abgabe anheben wollen. Daraus ergeben sich 11 mal 35, also 385 Euro. Diese 385 Euro nimmt er mal vier (für einen Vier-Personen-Haushalt) und präsentiert mit den Worten „dann sind das 1540,- Euro pro Person“ seinen Taschenrechner.

Wie hoch ist die Belastung für jeden einzelnen Bürger wirklich?

Weder stößt ein Bundesbürger im Schnitt elf Tonnen CO2 pro Jahr aus, noch werden ihm diese über die CO2-Abgabe in Rechnung gestellt. Auf einen solchen Durchschnittswert kommt man nur, indem man den Gesamtausstoß klimaschädlicher Gase in Deutschland durch die Zahl der Einwohner teilt. Das Statistische Bundesamt beziffert den CO2-Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland für das Jahr 2019 auf 7,9 Tonnen.

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Die CO2 Bepreisung könnte viele Probleme lösen!

Luftbelastung, Plastikmüll, Landwirtschaft

8. Juni 2021

eine Studie zeigt auf: wie wir Wirtschaften erzeugt riesige Folgekosten für die Allgemeinheit.

Ressourcenverbrauch, Schadstoffaustoß und CO2-Emissionen kosten die Gesamtgesellschaft dreistellige Milliardenbeträge – Jahr für Jahr!

Die Autoren der Studie empfehlen durch eine „nachhaltige Steuerreform“ diese Kosten an die Allgemeinheit zurückzugeben.

Die Grünen stimmen dem zu und wollen eine klimafreundliche Finanzreform umsetzen.
Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion:
„Dazu gehört ein deutlich höherer CO2-Preis mit fairer, sozialer Rückverteilung sowie der konsequente Abbau von umweltschädlichen Subventionen. Das sind Relikte aus einem fossilen Zeitalter, die wir uns angesichts der Klimakrise, aber auch in Bezug auf eine nachhaltige Haushaltsfinanzierung nicht länger leisten können“.

Das Forschungsprojekt „Ariadne“ benennt vier Handlungsfelder

  • Erhöhung der CO2-Preise im Emissionshandel, sie sollen die durch den Klimawandel verursachten Schäden abbilden. Der Ausstoß einer Tonne CO2 richtet Schäden an im Wert von mehr als 150 €
  • Konkrete Einbeziehung von Treibhausgasen und anderen Umweltschäden in der Landwirtschaft.
  • Neuausrichtung der Steuern und Abgaben im Stromsektor. Hohe Strompreise behindern den Umstieg auf klimafreundliche Technologien wie Elektroautos oder Wärmepumpen.
  • Mautsysteme im Verkehrssektor, weil die Schäden bei weitem über den Ausstoß von CO2 hinausgehen. Staus, Lärm, Schäden an der Infrastruktur.

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Kinder klagen für das Klima

„Erster Erfolg für Klimaklage von Kindern beim Gerichtshof für Menschenrechte

Die jüngste Klägerin ist gerade mal acht Jahre alt: Sechs Kinder und Jugendliche aus Portugal gehen mit einer außergewöhnlichen Klimaklage gegen Deutschland und 32 weitere Staaten vor. Nun haben sie einen Etappenerfolg erzielt.

Sechs Kinder und Jugendliche aus Portugal setzen Deutschland und weitere 32 Länder Europas im Kampf gegen den Klimawandel unter Druck: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg gab grünes Licht für ihre außergewöhnliche Klage gegen Deutschland und 32 weitere Länder. Er entschied, mit der Anfang September eingereichten Klage fortzufahren. Man werde der Beschwerde wegen der Wichtigkeit und Dringlichkeit der aufgeworfenen Fragen Priorität einräumen, teilte der EGMR mit. Die betroffenen Länder haben nun bis Ende Februar Zeit, um sich zu den Vorwürfen zu äußern.“

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