Immer wieder Vasen?

Der Beruf Keramiker*in ist verantwortungsvoll. Ist man doch aufgefordert, „Gefäße“ nicht nur zu machen, damit man etwas einfüllen oder reinstecken oder reinlegen, kurz aufbewahren kann. Nein, das Behältnis soll „schön“ sein, das heißt es muss ästhetischen Kriterien wie Proportion entsprechen, es soll jedoch auch sprechen, eine Geschichte erzählen, gleichzeitig aber seine dienende Funktion perfekt ausüben. Deshalb gehört die Gestaltung eines guten Gefäßes zu den schwierigsten Aufgaben eines/er Keramikers/erin.

Vasen sind solche Gefäße.
Gute Gefäße sind einer gelungenen Skulptur/Plastik ebenbürtig. Sie sind Objekte im Raum und sind deshalb schon per se Skulptur.
Wie jede Bildhauerarbeit trennen sie ein Innen vom Außen, greifen in den Raum und strukturieren ihn, indem sie Position beziehen. Sie brauchen Statik UND Dynamik, Schwere oder Leichtigkeit, eine interessante, abwechslungsreiche Oberfläche für den Augenschmaus und ein haptisches Erlebnisangebot an die Hände. Von eleganter oder naiver Form, von spannungsvoller Kontur, harmonischer oder überraschender Farbigkeit nicht zu reden.
Das Feuer unterzieht den Prozess der Herstellung einer erbarmungslosen Prüfung, das Ergebnis ist nur begrenzt vorhersehbar. Ja, und ganz nebenbei erfüllt ein Gefäß auch noch einen Zweck, manchmal sogar fehlerfrei …

Also Töpfer*innen, gestaltet Vasen, denn sie werden gebraucht zur Inszenierung des Schönen – für wirklich schöne, funktionale (und wasserdichte) Vasen gibt es sogar einen Markt! – denn es gibt fast nur hässliche Vasen!

aktuell im SHOP

Im Online-Shop

Die ersten Corona-Erleichterungen kommen. Wir dürfen wieder in Baumärkte und Boutiquen, in Buchläden und bald auch wieder zum Friseur.

Das ist schön, Menschen werden auch wieder zu uns ins Atelier kommen um sich schöne Sachen anzusehen und zu kaufen. Der Online-Shop wird trotzdem seinen Platz in Zukunft auch bei uns einnehmen.

Darauf trinken wir einen Schluck.
Ob Weißbier, ein Helles oder Craft-Beer, der ideale Begleiter dazu ist einer unserer Bierbecher. Jetzt online bei uns zu haben:

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Keramik und Glasur

Aus Grün wird Rot – Green turns into Red

Die Farben in der Keramik enstehen durch Metalloxide. Zum Beispiel Eisenoxid, es ist braun oder schwarz je nach der Anzahl der vorhandenen Sauerstoffatome – es entstehen die entsprechenden Glasuren .

Kupferoxid ergibt grüne Glasuren, so lange der Brand mit Sauerstoffüberschuss geführt wird. Reduziert man die Sauerstoffzufuhr – der Abbrand wird unvollständig und es entsteht Rauch – können dem Kupferoxid in der Glasur Sauerstoffatome entzogen werden, die Farbe wechselt dann, mit etwas Glück und viel Erfahrung, zum Rot des metallischen Kupfers.

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Keramik und Tradition

Holzascheglasuren

Holzascheglasuren zählen zu den ältesten Glasuren. Besonders geschätzt und perfektioniert wurden sie im alten China. Aschen unterschiedlicher Holzarten führen zu sehr verschiedenen Glasuren, da jeweils sehr andere Mineralien darin enthalten sind.

Je nach Holzart und Brenntemperatur muss manchmal auch zusätzliches Flussmittel hinzugefügt werden, um die Glasur zum Ausfließen zu bringen.
In den meisten Fällen entstehen weißliche bis grünliche Glasuren, durch Zugabe von Metalloxiden kann die Farbe weit aufgefächert werden.

China Vase, Holzasche und Kobaltoxid
Teeschale, Holzasche und Eisenoxidpartikel
Vase, Holzasche und Kupferoxid