Keramik – Kunst und Bauen

In unserer Werkstatt entstehen auch Arbeiten für den öffentlichen Raum.
Keramik als Material im Aussenbereich ist problematisch, da es nur unter ganz bestimmten Bedingungen frostsicher und witterungsbeständig ist. Gut geeignet ist keramisches Material jedoch für Innenräume.

Im konkreten Fall ist das der große Sitzungssaal der Regierung von Niederbayern in Landshut. Ein Raum, der allerdings nur bedingt für die Allgemeinheit zugänglich ist, also nicht wirklich ein „öffentlicher Raum“.

Der Sitzungssaal wird geprägt durch eine keramische Wandgestaltung aus zwei gegenüber liegenden Tafeln mit einer Höhe von je 3,40 Meter. Die Tafeln aus engobierter, unglasierter aber hart gebrannter Keramik tragen symbolhafte Zeichen und an unbekannte fremde Schrift erinnernde Bearbeitungsspuren, kleine Bereiche sind durch Blattgold betont.
Die Arbeit trägt den Titel „Präambel“.

Auf die Gedanken- und Bedeutungsspur setzt den Betrachter ein Gedicht des Dichters und Schriftstellers Wilhelm Deinert:

Keramik und Poesie

mehr als Töpfe

Ein Gefäß aus Ton, aus Erde, von der Hand des Töpfers aus dem vollkommenen Augenblick geformt und gestaltet, mit der Kraft des Feuers verfestigt für Ewigkeiten – aus Jahrtausenden überlieferte Kultur, die heute noch lebendig ist.
Nicht alle Menschen sind gleich empfänglich für die Kraft, Schönheit und kulturelle Bedeutung dieser Kunst.
Zu denen die verstehen, gehörte der Dichter und Schriftsteller Wilhelm Deinert (1933-2012). Er verfasste viele Kommentare und Anmerkungen zur Kunst und zu Künstlern. Von ihm stammt auch dieser Text zu einer Ausstellung von Gefäßkeramiken aus unserer Werkstatt.