Keramik – Kunst und Bauen

In unserer Werkstatt entstehen auch Arbeiten für den öffentlichen Raum.
Keramik als Material im Aussenbereich ist problematisch, da es nur unter ganz bestimmten Bedingungen frostsicher und witterungsbeständig ist. Gut geeignet ist keramisches Material jedoch für Innenräume.

Im konkreten Fall ist das der große Sitzungssaal der Regierung von Niederbayern in Landshut. Ein Raum, der allerdings nur bedingt für die Allgemeinheit zugänglich ist, also nicht wirklich ein „öffentlicher“ Raum.

Der Sitzungssaal wird geprägt durch eine keramische Wandgestaltung aus zwei gegenüber liegenden Tafeln mit einer Höhe von je 3,40 Meter. Die Tafeln aus engobierter, unglasierter aber hart gebrannter Keramik tragen symbolhafte Zeichen und an unbekannte fremde Schrift erinnernde Bearbeitungsspuren, kleine Bereiche sind durch Blattgold betont.
Die Arbeit trägt den Titel „Präambel“.

Auf die Gedanken- und Bedeutungsspur setzt den Betrachter ein Gedicht des Dichters und Schriftstellers Wilhelm Deinert:

Kunst im Teamwork?

Druckgrafik

Künstler*innen sind Individualisten, sie machen „ihr Ding“ nach ihrer Facon. Sie erarbeiten sich ihre ganz persönliche Sicht auf die physischen wie auch die geistigen Dinge des Lebens – und des Sterbens. Sie spiegeln die Welt in der sie leben, ihre Umwelt, ihre sozialen Verhältnisse und Einbindung in die Gesellschaft.
Und sie ringen um ihre sehr eigenen Themen, eine persönliche, unverkennbare Ausdrucksweise, Formensprache oder Farbigkeit. Nur logisch, dass sich die meisten Künstler*innen eher als Konkurrenten sehen denn als Gleichgesinnte. Zumal angesichts eines für die meisten Akteure eher kleinen Marktes.

Zufällig bedeutungsvoll – Ferrotypie, 90×70 cm

Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. So gibt es auch unter Künstler*innen teamfähige Menschen, die in der Lage sind nicht nur das Trennende zu sehen, sondern auch das Verbindende und die Möglichkeiten, die sich aus der Verbindung zweier unterschiedlicher Sichtweisen, Begabungen, Kenntnisse und Fertigkeiten ergeben kann.

Seit vielen Jahren arbeite ich immer wieder mit dem Berliner Maler und Grafiker Andreas Rössiger zusammen, entstanden sind dabei Bildhauerarbeiten, Gemälde und auch Druckgrafik.

Ferrotypie – die von uns entwickelte Hochdrucktechnik nutzt in Form geschnittene Stahlplatten und Offsetfarben . Die bewegten Hintergründe sind von Hand vor dem Druck in Mischtechnik gefertigt. Um gleichmäßige Flächen zu erhalten ist Präzision und relativ hoher Pressdruck notwendig.

Es entstanden 4 Blätter in einer Kleinauflage von jeweils 10 Stück, die in einer Mappe zusammengefasst wurden.

Das gemeinsame Arbeiten ist zu einem Teil spontan „blindes Verstehen“. In schwierigen Phasen, die es bei jedem Gestaltungsprozess gibt, heißt es sich selbst zu öffnen, sich nicht zu verstecken und gleichzeitig auf den Partner zuzugehen, zuzuhören, zu versuchen zu verstehen. Folgerichtig wird viel und lang gesprochen und tief gebohrt. Das verlangt tiefes Vertrauen und Freundschaft. Am Ende ist es immer ein beglückendes Erlebnis.

Der Durchschein – Ferrotypie, 70×90 cm
Wehrhafter Augenblick – Ferrotypie, 70×90 cm
Kleiner Stänkerer – Ferrotypie, 90×70 cm

Zwei Mappen sind noch verfügbar, auch einige Einzelblätter können noch erworben werden.

Ton erzählt Geschichten

keramische Bilder

eine Besonderheit aus unserer Werkstatt

letter in an unknown language

Weil sie jede Spur der Bewegung einer formenden Hand festhalten und aufbewahren, sind die Materialien Lehm und Ton bekanntermaßen die Werkstoffe, welche schon seit vielen Tausenden von Jahren von den Menschen benutzt werden um visuelle Spuren zu hinterlassen und sich über Zeichen und Bilder zu verständigen.

Bei unseren keramischen Bildern setzen wir genau auf diese Eigenschaften. Nur die Hände und einfachste Werkzeuge wie Hölzer und einfache Messer kommen zum Einsatz um das Material zum Sprechen zu bringen. Moderne Glasurtechniken und Brenntechniken spielen keine Rolle, nur weiße und schwarze Engobe, Holzaschen und Pflanzenteile kommen zum Einsatz, ergänzt durch einige wenige Metalle.

Dieser Ansatz führt auch thematisch häufig in die Vergangenheit. Die Themen reichen deshalb von Tafeln mit an Schrift erinnernden Strukturen über archaische Masken und Figuren bis zu Landschaften.

couple with an owl
dog and cat in the same boat
tunika 3

Fisch-Plastik ! Plastik-Fisch

Plastik als existentielle Bedrohung unseres Lebensraums, als Kohlendioxid- und Methanemittent, giftiger Problemstoff in Form von kontinuierlich zunehmender Eintragung in Boden, Wasser, Luft und in die Nahrungskette soll ins alltägliche Bewusstsein gerückt werden.

Die Sichtbarmachung erfolgt durch ein langfristig angelegtes Kunstprojekt. Es umfasst die aktionsmäßige Materialsammlung, die gemeinschaftliche Erstellung eines skulpturalen Objekts: einer Plastik-Plastik und die künstlerische und wissenschaftliche Nachbearbeitung und Archivierung für die Öffentlichkeit.

Fisch-Plastik|Plastik-Fisch auf dem Donaufest in Niederalteich

Dazu wird in organisierten Müllsammel-Aktionen insbesondere Konsummüll, wie Verpackungsmaterial, weggeworfene Gebrauchsgegenstände, Zigarettenkippen etc., in der Natur gesehen [sic], eingesammelt und anschließend in einen künstlerischen Kontext gebracht. Es entsteht eine großformatige, teilweise temporäre Installation in der Landschaft. Der formale Rahmen der Installation wird vorgegeben durch eine vom niederbayrischen Künstler Günter Reinhardt gestaltete Stahlrohrkonstruktion in Form eines stilisierten Fisches. Der vorgefundene Müll wird darin mit künstlerischen Mitteln spektakulär in Szene gesetzt und somit die Vermüllung der Erde im lokalen, landschaftlichen Kontext thematisiert.